Blog über Web, Musik und Medien Webdesign für Alle! DJ-Mixsets für Alle! Bilder für Alle! Wer bin ich denn?

Martin Terbers Blog

27. Juni 2007

Google bezieht Stellung zum Datenschutz

Chapeau: CEO Eric Schmidt und Gefolgschaft legen sich indirekt mit den grossen Entscheidern an, unter anderem der deutschen Regierung:

Für Google ist Zensur eine Handelsbarriere

Angekündigt hat zudem beispielsweise Peter Fleischer von Google Deutschland, dass das Unternehmen seinen deutschen Maildienst schließen würde, wenn die Bundesregierung von den Providern verlangen sollte, dass deren Kunden identifiziert werden können. Wenn die Internetnutzer nicht mehr Google vertrauen könnten, dass wir mit ihren Daten sorgsam umgehen, meinte Peter Fleischer, sei man "ganz schnell weg vom Fenster".


Ich kenne Leute, die (sicher ist sicher) speichern schonmal ihren ganzes Gmail-Postfach auf Festplatte. Könnte ja sein, dass das alles plötzlich weg ist.

Ich finde so eine Ankündigung einen guten Gegenpol zum permanenten Datenschutzdilemma um Google. Dem Leitspruch Don't be evil und den Usern nähern sich die Suchmaschinisten damit wieder ein wenig an.

Diese Hopp-oder-Topp-Strategie wird den Mail-Nutzern natürlich auch nicht passen. Aber es zeigt -ähnlich wie bei Flickr/Yahoo- dass die Web-Unternehmen nicht am längsten Hebel sitzen. In diesem Fall aber denken sie mit.

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19. Juni 2007

Partizipation, Unschuld und Belanglosigkeit

Nachdem Flickr schärfere Bedingungen für deutsche (und andere) User eingeführt hat, findet ein regelrechter Exodus zu anderen Communities statt. Hier eine Liste der Exilanten (Man muss der Gruppe beitreten, um alles zu sehen).

Ipernity scheint das Ding der Stunde zu sein, und auch ich bin dort zu finden. Man kann sogar mit diesem Script seine Flickr-Fotos nach ipernity importieren.
Das Blog Alltagskakophonie hat eine übersichtliche Anleitung dazu, ein Howto mit Screenshots.

MartinBerlin07 005b

Moralisch möchte ich die Massnahmen Flickrs gar nicht bewerten. Ich spiele einfach nicht mehr mit, weil ich mich bevormundet fühle. Das ist eigentlich schon alles.


Gute Info-Quellen zu dem Desaster sind folgende:
  • Ein Spiegel-Artikel über die arrogante Aussitz-Politik der Flickr-Yahoo-Crew:
    Ohne seine Nutzer ist Flickr nur eine langweilige Hülle. Die Bilder, Kommentare, Schlagworte, Landkarten-Einträge und Fotogruppen machen das Angebot aus.
    Weil das so ist, sind die Mitglieder jedes Mitmach-Portals bei allen
    Veränderungen empfindlich. Doch kein Flickr-Verantwortlicher hat während
    des Rummels um den Deutschlandstart über die Filter und die Jugendschutzprobleme gesprochen.
  • Das englischsprachige Flickr-Wiki über die Zusammenhänge und Ideen, wie man ungetrübten Spass an Fotocommunities haben kann. Übrigens findet man darin diesen etwas schwachen, emotionalen Kommentar von Haether Powazek (Community Managerin), in dem sie die Entscheidung für die Zensurfunktionen rechtfertigt:
    The central problem is that Germany has much more stringent age verification laws than its neighboring countries and specifies much harsher penalties, including jail time, for those with direct responsibility (in our case, it would be our colleagues in the German offices and we're not willing to make a call that has that kind of consequence for them.

  • Ein Diskussionsbeitrag von Stewart Butterfield, in dem er für Flickr beteuert, mit Volldampf an einer Lösung zu arbeiten. Nichts Konkretes. Ich würde da gerne etwas vom Revoluzzergeist der Digg-Leute sehen.


  • Wechsel nicht möglich - Ein Kommentar über den Suchtfaktor von Social Communities. Meiner Meinung nach fällt so ein Wechsel aber leicht, wenn man sich der Vergänglichkeit und Belanglosigkeit der Benefits (wie Favorites, Kontakte, Kommentare etc) bewusst ist.


  • Telepolis versucht zu belegen: Die Flickr-Sperren gehen über das in Deutschland geforderte Maß hinaus.
    Seiner Auskunft nach geht die Lösung "über die gesetzliche Verpflichtung hinaus", weil ein Dienst wie Flickr rechtlich als Host-Provider zu behandeln sei, der nur auf Hinweis zur Entfernung von illegalen Inhalten verpflichtet ist.
    Eigentlich das, was ich ohne Fachwissen in meinem ersten spontanen Blogpost zum Thema schon erwähnte.


Das Web2.0 verliert definitiv seine Unschuld.

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13. Juni 2007

flickr.de - Flickr auf deutsch und mit Zensur

Toll! Flickr gibt's jetzt auch auf deutsch: Das ist gut, denn nun kann auch mein alter Herr seine liebsten Fotos der ganzen Welt zeigen. Was nicht so gut daran ist, erkläre ich unten.

http://martinterber.com/bilder/flickrdeutsch.jpg

Und zwar sind die deutschen User stinksauer, weil eine neue Funktion Bilder, die nicht explizit als harmlos eingestuft werden, aus den Suchergebnissen herausfiltert. Und als Deutscher kann ich die sichere Stufe nicht deaktivieren. Es gibt drei Stufen im neuen Inhaltsfilter:
  • sicher
  • mittel
  • eingeschränkt
Als "mittel" gelten Bilder, die "andere Personen als störend oder unangemessen empfinden" könnten. "Eingeschränkt" sind Fotos, "die Sie nicht Ihren Kindern, Ihrer Großmutter oder Arbeitskollegen zeigen würden"
Zurecht gibt es grosse Aufregung, hier ein paar interessante Links:


Und so sieht's dann aus, wenn man mal ein paar Tittenbilder sehen möchte:

http://martinterber.com/bilder/breast.jpg

Aber: Auch wenn die Technik den Gesetzen bislang einen Schritt voraus war - Warum warten wir nicht einfach ein wenig, bis die Whizzkids von Flickr bzw. die Yahoo-Anwälte die deutsche Gesetzeslage ausgelotet haben und begreifen, dass eine strenge Zensur dieser Art im Rahmen deutscher Gesetze einfach nicht nötig ist?

Es wird immer wieder zu solchen Zwischenfällen kommen, in denen die jungen Web2-Macher sich mit den Etablierten anlegen. Manchmal verlieren sie (Pandora), manchmal gewinnen sie - Wie zuletzt beim Digg-Hype um den ausgehebelten DVD-Kopierschutz

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6. Juni 2007

Wie geht's weiter mit dem Urheberrecht?

Man bekommt es aus dem Kopf nicht mehr heraus: Wer über das Thema Urheberrecht im Web nachdenkt, kriegt automatisch einen Knoten im Hirn: Wie in Zukunft ein funktionierendes Urheberrecht aussehen soll, ist schlicht und einfach noch nicht zu beantworten.

Das Modell der Creative Commons ist zwar toll für Konsumenten und Wiederverwerter, aber was sagen die dazu, die bisher kostenpflichtig Werke erstellt haben - um davon Miete und Essen zu bezahlen? Hier geht's nicht nur um die Majors der Musikindustrie.

Beispiel: Ein Musiker hat heutzutage keine Kontrolle mehr über seine Werke. Sobald ein Stück auf dem Markt ist, verbreitet es sich in den Filesharing-Portalen. Trotz angekündigter Verfolgung ufert diese Copimania geradezu aus - Auch an immer mehr technischen Möglichkeiten, Musik online zu stellen. Bands, die gerade erst versuchen, von Ihrer Musik leben zu können, haben kaum eine Chance: Kein Liebhaber ist heute bereit, für ein Aussenseiteralbum 15,99 Euro auszugeben.

Leider sind die Teilnehmer des Urheberrechtsgipfels in Brüssel (Juni 2007) zum grössten Teil Verwertungsgesellschaften. Aber der Claim ist deutlich: Creator's first!, und wie soll man in Zukunft als Kunstschaffender profitabel arbeiten können? Sogar die Kulturflatrate ist im Gespräch, aberwitzig aber innovativ.

Das Dilemma und vor allem das stupide Vorurteil der Filesharing-Befürworter, man müsse zu privatem Gebrauch Kopien aus de Netz ziehen dürfen, wird knackig in diesem Artikel der Süddeutschen auseinandergenommen, den ich euch sehr ans Herz lege:

Krieg den Palästen, Friede den Künstlern
Man muss blind sein, um nicht zu merken, dass die Tage des Urheberrechts gezählt sind. Selbst die massive Kriminalisierung von Schwarzbrennern und anderen Nutzern künstlerischen Materials ist wirkungslos. [...] Die Milliarden und Abermilliarden, die in die Kulturindustrie geflossen sind, werden gerade wertlos.

Ich bin persönlich ein grosser Freund des Open-Source-Konzeptes. Aber die Vision, dass eines Tages alles frei verfügbar (und legal) erhältlich ist, wird nicht stattfinden. Trotzdem konkurrieren Open-Source-Projekte mit entsprechender kommerzieller Software. Das ist gut so, und genauso stelle ich mir die gesamte Urheberrechts-Landschaft vor: Eine strikte Trennung zwischen einerseits hochwertigen kommerziellen Produkten und andererseits offenen Werken unter der Creative-Commons-Lizenz. Dann aber auch nicht mehr meckern, dass man für einen Mp3-Download 99 Cent bezahlen soll.

Weblinks:

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24. Februar 2007

Das neue Telemediengesetz (geplant ab 01. März)

Die Kanzlei Dr. Bahr hat in einer übersichtlichen Liste ausführlich dargestellt, was Inhalt des neuen Telemediengesetzes sein wird. Kurz gesagt: Durch das TMG werden die Angebote Teledienst und Mediendienst gleichwertig behandelt, eine sinnvolle Zusammenfassung.
  • Ein Teledienst ist ein Angeboten zur individuellen Nutzung eines Kommunikationsmediums - z.B. Webshops, Upload-Plattformen, Webmailer etc.

  • Ein Mediendienst ist ein Angebot, bei dem die redaktionelle Gestaltung zur Meinungsbildung für die Allgemeinheit im Vordergrund steht. Blogs, Magazine wie Spiegel.de etc.
Da man solche Angebote natürlich nicht eindeutig voneinander abgrenzen kann (Es gibt millionen Beispiele: Foren mit Download-Angaboten, Portale wie gmx.de und web.de, you name it), hat der Gesetzgeber eben kurzerhand aus drei Gesetzen eines gemacht.

Lücken und strittige Passagen wurden auch übernommen, so dass man das TMG sicherlich nicht als Grossen Wurf einstufen kann.
Dazu ausschnittsweise ein paar wichtige Eckpunkte, wichtig für den Otto Normalblogger, falls eine Abmahnung eines umsatzgeilen Anwalts ins Haus flattert:


Ein paar Inhalte des Telemediengesetzes:
  • Der umstrittene Bereich der Haftung wird aus den alten Gesetzen übernommen, hier finden sich keinerlei Veränderungen. (Verlinkung auf externe Websites)

  • Spam-Mails werden nunmehr als Ordnungswidrigkeit eingestuft. (Bedeutet das: Wir können jetzt die Betreiber der russischen Spam-Server verklagen?)

  • Es werden Auskunftsansprüche von Behörden und Verletzten festgesetzt, was soviel heisst, dass Personen, die inhaltlich oder geschäftlich mit dem Angebot verknüpft sind (Als Beispiel: Jemand erkennt sich auf einem Foto), die Herausgabe der personenbezogenen Daten des Verursachers (in dem Fall des Users, der das Foto gepostet hat) fordern kann.

  • Neue Impressumspflichten: Eine Erleichterung! Nach dem neuen TMG sind nur noch solche Webseiten verpflichtet, ein Impressum zu tragen, die sowohl geschäftsmäßig sind als auch in der Regel gegen Entgelt Telemedien erbringen.
    Meine Interpretation: Solange ich keine kostenpflichtigen Dienste anbiete, muss ich kein Impressum einstellen.

Dies ist nur eine subjektive Zusammenfassung. Wer sich eine fundierte Übersicht über alle Neuerungen verschaffen will, sollte diese 13 Fragen zum neuen Telemediengesetz aufmerksam durchlesen. Ob das TMG am 01.März inkraft tritt, wurde noch nicht bestätigt. Soll aber...

Weitere Links zum Thema:

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8. Februar 2007

The Machine is us

Dieses Video des YouTubers Adam (Digital Ethnography) zeigt, was das Web in den letzten Monaten mit uns gemacht hat. Wir alle fahren momentan quasi den Gravy Train, wenn wir vom Web 2.0 schwärmen. (Übersetzung in etwa: Ohne grossen Aufwand kräftig absahnen.)



Mir gefällt die Interpration der Web2.0-Aspekte, die Adam hier aufgreift, wenn er am Ende des Videos beispielweise schlussfolgert: We need to rethink ourselves. Der Paradigmenwechsel hat schon stattgefunden, und langsam ändert sich auch unsere Wahrnehmung und unser Alltag.

via duesentrieb.org

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12. November 2006

Die 24/7 Gesellschaft

Die neuen Ladenöffnungszeiten für Deutschland sind beschlossen. In zehn der 16 Bundesländer werden ab Dezember die Läden unter der Woche rund um die Uhr Umsatz machen können. Hinzu kommen höchstwahrscheinlich noch 10 verkaufsoffene Sonntage pro Jahr. Gut für die Konjunktur, hoffen Bundesregierung und Konsumlobby.
Das kommt überraschend schnell, aber den Entscheidern sitzen die Verlockungen des Weihnachtsgeschäftes im Nacken (Ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes).

Ungeachtet der Frage, ob sich Familien oder berufstätige Freundeskreise dann noch am Sonntag gemeinsamen Freizeitvergnügnen hingeben können (denn einer muss vielleicht gerade bei Kaufhof oder im Friseursalon am Point of Sale stehen), kamen uns heute mittag beim Sonntagsfrühstück noch folgende Gedanken:

Bislang waren Einrichtungen, die sich um die Freizeit der Bürger kümmern, sonn- und feiertags geöffnet: Gastronomie, Museen, Zoos, Schwimmbäder, you name it. Da aber in den letzten beiden Jahrzehnten der Konsum als Freizeitbeschäftigung hinzugekommen ist, ist die Erweiterung der Öffnungszeiten eigentlich nur ein Zugeständnis an den bundesdeutschen Zeitgeist. Man nennt das Paradigmenwechsel. Der Konsum erhält (Sonntags und nachts gefördert) endlich den Status einer Erholungstätigkeit.

Auch wenn am 1.Dezember nicht alles freigegeben wird, schätze ich, dass in fünf bis zehn Jahren alle Sonn- und Feiertage vom Ladenschluss befreit sind. Das gefällt mir nicht. Wir konsumieren schon genug. Und wenn ich sehe, wie geil mein Neffe auf Plastikspielzeug ist, wird mir ob der bevorstehenden Rundum-Lösung ein bisschen mulmig.

Eure Meinung ist gefragt!

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8. Dezember 2005

Moderne Sagen oder Urban Legends


Kennt Ihr Moderne Sagen oder sogenannte Urban Legends?Wie beispielsweise die berühmte "Spinne in der Yuccapalme" etc.?
Ich hab mal ein wenig recherchiert, folgende falsche Mythen habe ich entdeckt:




...to be continued.



Links zum Thema:
www.ammenmaerchen.de
www.snopes.com
Wikipedia-Eintrag zu Urban Legends

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