Es gibt diese Woche sicherlich Wichtigeres, aber als notorischer Sprechpedant habe ich bereits im November entschieden, was die Gesellschaft für deutsche Sprache im Dezember zu veröffentlichen hat: Das Unwort des Jahres.

Lange im Rennen war No-Go-Area, ein im Vorfeld der WM erzeugtes Wortkonstrukt. In der Kategorie Zynismus ist es unangefochtener Spitzenreiter.

In den letzten Wochen zog aber eine Vokabel in der Wertung ganz klar vorbei. Es handelt sich um ein Adjektiv, mit dem Medien gerne unterstreichen wollen, dass ein Produkt (sei es eine Band, ein Film oder eine ein Mobiltelefon) unverzichtbare Eigenschaften besitzt.

Unwort des Jahres 2006 wird nach meiner Entscheidung: ultimativ

Ultimativ ist kein neues Wort, es ist als kleiner Bruder von kultig Anfang der Neunziger in den Sprachgebrauch unserer Generation eingeflossen. Doch mittlerweile nervt es von jeder zweiten DVD-Hülle, aus Werbespots und Prominentengefasel heraus.

Weg mit ultimativ. Wenn euch dementen Werbetextern und Kneipenbesuchern keine anderen Adjektive einfallen, um eure Lieblingsdinge zu beschreiben, dann benutzt doch mal zur Abwechslung: klasse, knorke, spitze, fein, töfte, fabelhaft oder 100 andere Worte. Aber bitte nicht ultimativ. Und auch nicht kultig.

Setzen, sechs.
Oberstudienrat Martin

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