Jesus Presleys Life Spam

    Jesus Presleys Life Spam

    Das althergebrachte Urheberrecht hat gepunktet: Pandora, geliebtes und bequemstes Webradio, kappt die Übertragung ausserhalb der Vereinigten Staaten. Somit bleibt Pandora für uns Europäer stumm. Grund ist eine Verschärfung der Lizensbestimmungen in den Staaten, aber auch das Nichtvorhandensein des Lizenzmodells Digital Millennium Copyright Act in anderen Ländern. Pandora-Gründer Tim Westergren entschuldigt sich mit folgenden Worten:

    We are deeply, deeply sorry to say that due to licensing constraints, we can no longer allow access to Pandora for most listeners located outside of the U.S. We will continue to work diligently to realize the vision of a truly global Pandora, but for the time being we are required to restrict its use. We are very sad to have to do this, but there is no other alternative.

    Ich hoffe, dass damit eine lautstarke Dikussion losgetreten wird, denn letzlich gab es bei Pandora nur Songs zu hören, die deren Urheber fürs Webradio freigegeben haben. Ich habe übrigens auch schon einige Songs gekauft, die mir durch Pandora unter die Ohren gekommen sind. Man sollte so eine Plattform also bitteschön auch als Vertriebskanal sehen.
    Prophetisch gesehen, könnte man den Namen mit der Büchse der Pandora in Verbindung bringen. Die griechiche Mythologie berichtet: Pandora wurde von Zeus mit einem geheimnisvollen Behälter auf die Erde geschickt, wo sie diesen eines Tages öffnete und somit Krankheiten und Unheil über die Menscheit brachte. Als Metapher dient aber lediglich die Tatsache, dass hier ein Bedarf geweckt wurde, der auch in Zukunft gestillt werden muss. Das nächste Pandora wartet schon an der nächsten Ecke.

    Als Alternative sehe ich vier Konkurrenten, die aber nicht an die Semantik des Music Genome Projects heranreichen können. Trotzdem halbwegs amtlicher Musikgenuss:

    • Last.fm: Umfassende Musikbandbreite, ausgereift, zu komplex
    • Finetune: Einfach und intuitiv, iTunes-Optik, nicht genug musikalische Abwechslung
    • Musicovery: Cooles Flash-Interfaces, aber zuviel Charts
    • Spool.fm: Playlist mit breiter Auswahl, Drag&Drop Oberfläche. Guter erster Eindruck

    Zum Technischen: Alle Rechner, die über einen Proxy ausserhalb der Staaten auf Pandora zugreifen wollen, werden blockiert. Das bedeutet aber auch: Wer sich über einen Proxy in den Staaten einloggen kann, erhält (theoretisch) wieder Zugang zu Pandora.

    Beispielhaft hier drei Lösungen dafür:
    1. Auf folgenden Sites schauen, ob man anonym auf Pandora zugreifen kann:
    2. Anonymen Proxyserver in Firefox eintragen. Dazu müsst ihr folgende Einstellungen vornehmen:
      • Zuerst eine Proxy-IP-Adresse aus den Listen von folgenden Sites kopieren :
        tools.rosinstrument.com
        publicproxyservers.com
        proxz.com
        stayinvisible.com
      • Dann im Firefox-Menue:
        Extras > Einstellungen > Netzwerk > Verbindung [Einstellungen]
      • Dann die kopierte IP-Adresse des anonymen Proxyservers unter Manuelle Proxy-Konfiguration (HTTP-Proxy) eintragen.
      • Es reicht, den Proxy-Server für HTTP zu verwenden.
      • Cookies ausschalten (Datenschutz > Cookies)
      • Auf OK klicken und nachsehen ob’s funktioniert. Ansonsten die nächste IP-Adresse wählen.
    3. TOR und Privoxy benutzen, ein anonymisierendes Netzerk, dass im Zwiebelverfahren deine IP-Adresse versteckt. Für Unwissende ein bisschen kompliziert einzurichten, aber nicht unmöglich. Eine genaue Anleitung (speziell für den Pandora-Zugang) dazu gibt’s hier, oder man nutzt direkt Torpark, eine fertig konfigurierte Kombi-Software aus Firefox und TOR

    Leider funktionieren die drei Lösungen nur in der Theorie, denn die Proxy-IPs der Anonymisierer werden wahrscheinlich auch irgendwo geloggt und somit die Hintertüren dichtgemacht. Man kommt zwar auf die Pandora-Homepage, aber der Player will nicht laden. Über TOR ist die Bandbreite bei handelsüblichem DSL (1 Mb/s) zum störungsfreien Streamen zu langsam. Mir bleibt nur die Genugtuung, dass ich nicht als Europäer identifiziert werden kann. Sollte es bei jemandem funktionieren: Melde es in den Kommentaren!

    Die Tips habe ich hierher [Englisch]
    Dieser Post ist ein Update zu Pandora und Pandora

    Man vergebe mir diesen etwas provokanten Titel, aber in meinem persönlichen Webradio-Contest zwischen Pandora und Last.fm kristallisiert sich Pandora als Gewinner heraus.

    Begründung:
    • Unschlagbar einfache Benutzeroberfläche: Ein paar Knöppe, leicht verständliche Icons, das wars schon.
    • Schneller Einstieg: Es ist so leicht wie morgens das Küchenradio einzuschalten. OK, registrieren, ja, die Schwelle muss man vorher nehmen. Ansonsten reicht ein Pandora-Cookie auf dem Rechner (von dem die meisten ja eh nichts merken) und los geht’s.
    • Ausreichende Musikauswahl auch beim Gratisaccount: Pandora sorgt selbst für die ständige Aktualität und Verfeinerung meiner persönlichen Radiostation. Da kommt schon mal was von Blank&Jones oder “Total Trance 8″ unter, aber Geschmacksverirrungen sind schnell weggeklickt. Bei Last.fm muss ich meine Vorlieben im Gratis-Account jedesmal neu eingeben - das nervt. (Oder habe ich das Interface noch nicht begriffen?)
    • Ständig wachsende Datenbank: Da elektronische Musik vor ein paar Monaten noch unterrepräsentiert war, habe ich mich mit einem Lob zurückgehalten. Mittlerweile wurden aber auch ein paar funkigere Artists aufgenommen, und ich gehe mal schwer davon aus, dass das ein Trend ist, der sich weiterentwickelt. Gut so.
    • Redaktionelle Kategorisierung: Hier hat Last.fm mit Sicherheit Vorteile durch Masse, denn dort können Songs unbewertet aufgenommen werden und dann den Usern zum Frass vorgeworfen werden. Gute Songs schwimmen dann automatisch nach oben. Bei Pandora muss erst der Redakteur einen Song bewerten, bevor der von der AI des Programms gefunden wird. Trotz allem bekommt man häufig frische Sounds in den Kopfhörer. Das liegt daran, dass die Songs nach musikalischen Kritierien wie “monotoner Rythmus” oder “trippige Soundlandschaften” verschlagwortet werden. Und dementsprechend bekommt man seinen Favoriten ähnliche Musik angeboten.

    Hier noch ein Link zu einem Pandora/Last.fm Mashup, der versucht, die beiden Dienste zu kombinieren. (Techcrunch)

    Dies ist ein Update zu: Pandoras Radio Box

    Also ich hab noch nichts besseres gehört. Man startet den Player (nettes Flash-Interface) auf www.pandora.com, gibt ein paar Lieblingsbands ein und fängt mit dem Hören und entdecken neuer Songs an.
    Der Song ist gut: Mit einem Klick als “I like it” bewerten.
    Der Song ist Schrott: Klick > “I don’t like it“. In diesem Fall entschuldigt sich die Software, dir Müll vorgespielt zu haben und gelobt Besserung.
    Sehr nett, diese Pandora.

    Das Ganze wird möglich gemacht durch das Music Genome Project, das es in ähnlicher Form schon mal als reine Datenbank (für Musik, Bücher, Filme) gab - Aber ohne die eigentlichen Songs oder Videos, nur als Empfehlung. (Muss nochmal nachforschen, wo es das gab…). Funktioniert recht gut, nach einiger Zeit lernt die Software dazu und man klickt nur noch jedes dritte-vierte Lied weg. Es fehlt noch einiges in der Datenbank (Moonbootica!), aber das kommt. Hab ich im Urin.

    Wer’s noch nicht bemerkt hat: Rechts in meiner Sidebar tauchen jetzt die Songs auf, die ich bei Pandora regelmässig höre. Zum anklicken und selberhören!

    In einem anderen Bolg stand, man könne gratis nur zehn Stunden lang hören, danach kostet der Spaß 36 Dollar im Jahr. Stimmt net ganz: Es gibt die Basis-Variante, die komplett für umme ist. Dafür aber werbefinanziert (hört man nicht, sieht man nur…).

    Links:
    Universalblau Blog
    Vergleich zwischen Last.fm und Pandora
    Pandora itself

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