Das tschechische Aktionskunst-Kollektiv Ztohoven hat am 17.Juni folgendes Video ins Morgenprogramm des staatlichen TV-Senders ÄT2 (Äesky Televize 2) eingespeist:
Nicht schlecht. Die Jungs haben ausgenutzt, dass die quotenarmen Morgenstunden mit den ungeschnittenen Panoramaaufnahmen von Webcams gefüllt werden. Anscheinend haben sie die Datenleitung zur Kamera abgeklemmt und und an eine aufgezeichnete Videomontage angeschlossen. Das sind die Medienguerillas des 21sten Jahrhundert, wahrlich.
[…] this group attacked the space of TV broadcasting. It distorted it, questioned its truthfulness and its credibility. It drew attention to the possibility of using images of the world created by the media in place of the existing, real world.Is everything we see daily on our TV screens real? Is everything presented to us by the media, newspapers, television, Internet actually real?
Ztohoven ist ein Wortspiel: Geschrieben heisst es in etwa Aus diesem. Gesprochen aber wird es zu Hundert Scheisshaufen. Dahinter steckt u.a. der Künstler Roman Tyc, laut der Kleinen Zeitung Österreich ein Stammgast in den Schlagzeilen:
Roman Tyc hatte schon im April für Schlagzeilen gesorgt, als er in einer Nacht- und Nebelaktion in Prag dutzende Ampelmännchen ausgetauscht und verfremdet hatte. Dabei hatte er die Standardfiguren aus mindestens 50 Ampeln zum Teil vor den Augen nichts ahnender Polizisten herausgeschraubt und durch liegende, pinkelnde oder trinkende Fantasie-Kreationen ersetzt. In einem “Bekennerschreiben” hatte Tyc seine Tat damals “beispielhaft” genannt: Die Menschen sollten sich die Männchen zum Vorbild nehmen und “ebenfalls starre Positionen verlassen”.
Jul 02