Tja, vor ein paar Jahren wurden sie von Insidern als das Nächste grosse Ding abgefeiert, aber irgendwie wurde daraus nur eine riesengrosse Clownerie: sogenannter Bastard Pop, Mashups oder Bootlegs werden gerne auf Parties gehört, sind aber selten auf der Weihnachtswunschliste versierter Musikkonsumenten zu finden.
Dass dies etwas mit dem Underground-Charakter dieses Genres zu tun hat (Keine Lizenz? Egal! Hauptsache der Mob rockt), bezweifle ich nicht im geringsten. Trotzdem hätte sich Bastard Pop mit Sicherheit fester in der Medienlandschaft eingezeckt, wenn die entprechenden Künstler sich gerne bootleggen ließen. Kapital kann man da allemal draus schlagen, Mylo und Gloria Estefan haben’s bewiesen. Sogar die verkniffene Welt schrieb darüber, und ein Mitarbeiter des Labels east-west-records meinte:
Bootlegging kann eine gute Promotion für uns sein. Durch die Mixe sehen wir unsere Tracks in ganz anderem Licht, was durchaus positiv ist. Aber trotzdem muss ich natürlich sagen, dass wir die Entwicklung mit Stirnrunzeln betrachten.
Hier ein anderer Bastard,
Mylo vs Tegan & Sara: Walking With a Ghost in Paris
mashed by Party Ben
Mittlerweile gibt es fast schon ein Überangebot ein guten Songs, und sogar haufenweise Downloadmöglichkeiten oder Podcasts mit krassen Popchimären, und da ich mich für eine reine Bastardpop-Party am 17. Februar (Karnevalssamstag, endlich mal ohne die Höhner) vorbereite, wollte ich euch an den Ergebnissen teilhaben lassen:
Technotronic vs Justin Timberlake: Pump up the Jam like I Love You
MC Solaar vs ZZ Top - Bouge de la Grange
Missy Elliot vs M.A.N.D.Y.: Lose Body Control
Nenas vs Eminem - Nur Geträumt/Lose yourself (DJ Hifi Brown)
Insgesamt klasse Partysongs, und wenn mans nicht übertreibt, zaubern sie ein wenig ernsthaften Humor auf die Tanzfläche. Der Technotronic/Timberlake-Bastard ging auf einer Weihnachtsfeier 2006 jedenfalls ab wie Schmitz Katze. Passt auch gut in ein dreckiges Electrohouse-Set.
Jan 03