Nachdem Flickr schärfere Bedingungen für deutsche (und andere) User eingeführt hat, findet ein regelrechter Exodus zu anderen Communities statt. Hier eine Liste der Exilanten (Man muss der Gruppe beitreten, um alles zu sehen).

Ipernity scheint das Ding der Stunde zu sein, und auch ich bin dort zu finden. Man kann sogar mit diesem Script seine Flickr-Fotos nach ipernity importieren.
Das Blog Alltagskakophonie hat eine übersichtliche Anleitung dazu, ein Howto mit Screenshots.

MartinBerlin07 005b

Moralisch möchte ich die Massnahmen Flickrs gar nicht bewerten. Ich spiele einfach nicht mehr mit, weil ich mich bevormundet fühle. Das ist eigentlich schon alles.

Gute Info-Quellen zu dem Desaster sind folgende:
  • Ein Spiegel-Artikel über die arrogante Aussitz-Politik der Flickr-Yahoo-Crew:
    Ohne seine Nutzer ist Flickr nur eine langweilige Hülle. Die Bilder, Kommentare, Schlagworte, Landkarten-Einträge und Fotogruppen machen das Angebot aus.
    Weil das so ist, sind die Mitglieder jedes Mitmach-Portals bei allen
    Veränderungen empfindlich. Doch kein Flickr-Verantwortlicher hat während
    des Rummels um den Deutschlandstart über die Filter und die Jugendschutzprobleme gesprochen.

  • Das englischsprachige Flickr-Wiki über die Zusammenhänge und Ideen, wie man ungetrübten Spass an Fotocommunities haben kann. Übrigens findet man darin diesen etwas schwachen, emotionalen Kommentar von Haether Powazek (Community Managerin), in dem sie die Entscheidung für die Zensurfunktionen rechtfertigt:
    The central problem is that Germany has much more stringent age verification laws than its neighboring countries and specifies much harsher penalties, including jail time, for those with direct responsibility (in our case, it would be our colleagues in the German offices and we’re not willing to make a call that has that kind of consequence for them.

  • Ein Diskussionsbeitrag von Stewart Butterfield, in dem er für Flickr beteuert, mit Volldampf an einer Lösung zu arbeiten. Nichts Konkretes. Ich würde da gerne etwas vom Revoluzzergeist der Digg-Leute sehen.
  • Wechsel nicht möglich - Ein Kommentar über den Suchtfaktor von Social Communities. Meiner Meinung nach fällt so ein Wechsel aber leicht, wenn man sich der Vergänglichkeit und Belanglosigkeit der Benefits (wie Favorites, Kontakte, Kommentare etc) bewusst ist.
  • Telepolis versucht zu belegen: Die Flickr-Sperren gehen über das in Deutschland geforderte Maß hinaus.
    Seiner Auskunft nach geht die Lösung “über die gesetzliche Verpflichtung hinaus”, weil ein Dienst wie Flickr rechtlich als Host-Provider zu behandeln sei, der nur auf Hinweis zur Entfernung von illegalen Inhalten verpflichtet ist.

    Eigentlich das, was ich ohne Fachwissen in meinem ersten spontanen Blogpost zum Thema schon erwähnte.

Das Web2.0 verliert definitiv seine Unschuld.

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