Ich hab’s endlich geschafft. Der letzte Versuch, privat Linux auf meinem AMD 3200+ System zu installieren, war 2005 nur leidlich erfolgreich, weil die Version SUSE 9.3 noch keine Dual Head Unterstützung für meine Grafikkarte anbot. Jedenfalls nicht über eine einfache Installation mittels YAST, der Linux-Variante der Systemsteuerung. Mit openSUSE 10.2 ist das Ganze viel einfacher, und siehe da: Meine zwei Monitore waren mit ein paar Mausklicks eingerichtet.
Linux kommt mittlwerweile viel sympathischer und benutzerfreundlicher daher als noch vor ein paar Jahren. Das hängt sicherlich mit der allgemeinen gestiegenen Akzeptanz von OpenSource-Software weltweit zusammen, und der daraus folgenden Nutzerzahl. Die Linux-Community hat das Technische dazu beigetragen. Um nur drei Meilensteine zu nennen:
Hello World. Ich besitze ein einsatzfähiges System, mit dem ich auf jeden Fall das benötigte Tagesgeschäft erledigen kann. Zudem bin ich natürlich angefixt von den Möglichkeiten, die eine Linux-Umgebung noch mit sich bringt, allervorderst natürlich die aus dem Berufsalltag bekannten Serverdienste. Apache läuft auf knapp 60% der Webserver weltweit, und Linuxserver findet man immerhin noch in etwa 12% der Firmennetze. Windows als Grundsystem bleibt mir ja erhalten.
Gimpshop:
Bisher war ein weiteres Hemmnis, Linux zu nutzen, die fehlende Photoshop-Version für Linux. Es gibt aber mittlerweile einen Variante des OpenSource-Grafikprogramms The Gimp, das die Arbeitsoberfläche von Photoshop 1:1 nachbaut: Gimpshop. Ich habe es zunächst als Windows-Variante ausprobiert und bin sehr angetan. Streng genommen ist Gimpshop Plagiarismus, aber Adobe wird sich da sicherlich ruhig verhalten, denn dass es ein Patent auf die Photoshop-Menustruktur gibt, bezweifle ich. Die Beispiel-Screenshots belegen es, links Gimpshop, rechts Photoshop.
Linux-Einsteigern würde ich erstmal eine Ubuntu-Variante empfehlen. Man kann Ubuntu für einen ersten Leistungstest direkt von einer Live-CD starten. Die anschliessende Installation läuft komplett über mausgesteurte Dialoge. Kein Problem für Windows-User. Der Parallelbetrieb zweier Monitore (Dual View bzw. Dual Head) ist allerdings umständlich. Eine sehr gute Anleitung gibts im deutschen Ubuntu Wiki. Bei Ubuntu und anderen Debian Distributionen fehlt leider das grafische Systemtool YAST (s.u.)
Dann muss man selbst entscheiden, ob man sich die Mühe macht, noch einmal umzusteigen und auf welche Distribution. Dr. Pinguins Tip: Der Linux Distribution Chooser von Zegenie Studios. Klickt euch durch ein paar Fragen, und euch wird die optimale Distribution empfohlen. In 16 Sprachen, einsame Spitze.
Ich habe mich für eine etablierte Distribution entschieden, weil ich alle Treiber für moderne Hardware brauche und weil openSUSE mit vollständig deutschem Handbuch geliefert wird. Zudem erleichtert das YAST die Verwaltung des Systems - wichtig für User, die keine Lust auf Kommandozeilen haben.
May 08
Tuesday, May 8th, 2007| 8:53 pm | Filed under opensource.
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